Echte Liebe: Priorität statt Option

Echte Liebe: Priorität statt Option

Ich bin definitiv kein Freund von Regeln und Abmachungen. Und planen kann man auch nichts, denn es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt. Oder wie diese Redewendung auch verwendet wird. Da ist auf jeden Fall etwas Wahres dran. Dennoch finde ich unsere Abmachung super: Einmal im Monat kümmert sich jeder von uns ausschließlich um seinen Freundeskreis. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Freitag oder um einen Samstagabend handelt. Einmal im Monat trifft Martin seine Jungs und ich beschäftige mich mit meinen Mädels. Auf diese Weise gibt es keine Diskussionen. Zuletzt fielen unsere Freunde-Abende zufällig auf den selben Abend. Was wohl daran lag, dass wir schon im stressigen Dezember angekommen sind. Erfahrungsgemäß scheinen alle Menschen kurz vorm Jahreswechsel noch einmal die Sau rauszulassen. Weihnachtsfeiern, Silvester, Nikolaus und auch Geburtstage? Alle nicht genug. Im stressigen Dezember muss man sich trotzdem nochmal sehen. Und wenn es lediglich in die Kneipe zum Darts geht.

Auf Tour mit der Gang

Zumindest war das der Plan von meinem Mann und seinen Kumpels, als die Jungs sich für Freitagabend verabredeten. Zeitgleich beschlossen meine Mädels, dass an diesem Freitagabend so ziemlich die letzte Gelegenheit für alle ist, sich noch einmal einen Schwips auf dem Weihnachtsmarkt zu holen. Zum einen freute ich mich, dass ich die Mädels endlich mal wiedersehe und zum anderen freute ich mich auf den Weihnachtsmarkt. Ich gehe immer gern auf Weihnachtsmärkte, um mich dort in die gewünschte Weihnachtsstimmung zu bringen. Aber am meisten freute es mich, dass mein Mann an diesem Abend nicht alleine zu Hause sitzen musste, während ich mit den Mädels auf Tour bin. Und mir war klar, dass er sich ebenso auf seine Jungs freute, wie ich mich auf meine Mädels.

Welch eine Überraschung

Während ich Freitagnachmittag im Büro saß und die Stunden bis zum Feierabend und somit bis zum Wochenende zählte, erhielt ich von Martin eine SMS: “Ich würde den Jungs gerne absagen und lieber mit dir auf der Couch kuscheln, einen Film gucken und dazu etwas Schönes kochen. Aber ich weiß, dass du dich auf deinen Mädelsabend freust und wünsche dir dementsprechend viel Spaß heute Abend. Ich liebe dich.” Er schien mir aus der Seele zu sprechen. Das selbe hatte ich den ganzen Tag über im Kopf, weshalb ich ihm umgehend antwortete, dass auch ICH meinen Mädelsabend absagen und mich heute Abend auf der Couch einfinden werde.

Vertraute Zweisamkeit vor Kollektiv-Unterhaltung

Keiner von uns beiden wollte seine Freunde treffen, obwohl diese Treffen beinahe schon Tradition haben und feste Rituale sind. Dennoch wollten wir es uns lieber im Rahmen unserer Beziehung gemütlich machen und entspannt das gemeinsame Wochenende einleiten. Ich bin noch immer überrascht, dass Martin mich seiner Truppe vorgezogen hat und ebenso verwundert bin ich über mein eigenes Verhalten. Ich habe den Mädels noch nie abgesagt. Ich denke, ich bin inzwischen an dem Punkt angekommen, an dem ich von wahrer Liebe sprechen kann. Martin gibt mir immer wieder das Gefühl, dass er sich aus gutem Grund für mich entschieden hat und seine Entscheidung bis heute nicht bereut. Dafür liebe ich ihn.

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Endlich zusammenziehen

Endlich zusammenziehen

Heute ist es soweit: Wir ziehen endlich zusammen – Gründe dafür gibt es genügend –  und ich kann meine Freude darüber kaum in Grenzen halt. Jetzt, wo wir endlich alles geklärt haben und uns einig sind. Teilweise hatte ich wirklich das Gefühl, dass die Diskussionen während der Umzugsvorbereitungen tatsächlich das Genick dieser Beziehung brechen könnten. Und ich hätte vorher auch nie gedacht, wieviel Streitpotenzial dieses Vorhaben mit sich bringt. Ich meine, er wollte ernsthaft, dass ich bei ihm einziehe. Ich wusste zuerst nicht, ob ich lachen oder ihn für verrückt erklären sollte. Ich entschied mich dann für die dritte Option und fing an, mich lautstark über seinen Wunsch aufzuregen. Ich würde niemals in so eine Bruchbude und vor allem nicht in diesen Stadtteil ziehen. Und schon gar nicht würde ich die Dusche benutzten, die schon seine Ex-Freundinnen benutzt haben. So weit kommt es ja wohl noch. Aber was mich an diesem Streit am meisten ärgerte, war die Tatsache, dass er meinen Widerwillen in Bezug auf seinen Vorschlag einfach nicht einsehen wollte. Er wollte partout nicht verstehen, warum ich keinen Wert auf die schimmeligen Fensterrahmen, den zerkratzten Fliesenspiegel oder die Stockflecken an der drei Meter hohen Decke über den separat stehenden Gasherd legte. Seine Wohnung war eben eine typische Singlewohnung. Und das ist auch okay, so lange er Single ist. Aber jetzt lebt er mit mir in einer Beziehung und der Wohnungsstandard wird von jetzt an ein gehobener sein.

Zu mir oder zu dir?

Ich kann auch immer noch nicht verstehen, warum er nicht bei mir einziehen wollte. Okay, ich wohne noch bei meiner Mutter, aber ich verstehe auch nicht was daran schlimm sein soll. Meine Mutter und ich, wir verstehen uns gut. Wir waren schon immer mehr als Mutter und Tochter. Wir waren immer beste Freundinnen und nun breche ich meiner Mutter das Herz, indem ich einfach ausziehe. Dabei hätte es uns in ihrer Wohnung so gut gehen können: Wir hätten keine Miete zahlen müssen, wir hätte nicht putzen müssen und wir hätten auch nicht einkaufen oder kochen müssen. Um all das hätte sich meine Mutter für uns gekümmert. Doch diese Argumente wirkten bei ihm leider nicht überzeugend und wir waren kurz davor, uns im nächsten Streit zu verlieren. Aber glücklicherweise konnten wir uns dann doch noch einigen. Ich habe meiner Mutter versprochen, dass ich sie regelmäßig besuchen und täglich anrufen werde. Dafür hat sie mir versprochen, dass sie keine Szene machen wird, wenn am Samstag der gemietete Transporter vor der Tür steht.

Darauf solltet ihr achten

Hinterher ist man natürlich immer schlauer, aber sollte ich nochmal mit einem Mann zusammenziehen, dann wüsste ich jetzt, dass es Einiges zu beachten gibt: Ihr solltet unbedingt VOR dem Umzug ausdiskutieren, welche Möbel und Gegenstände ihren Platz in der gemeinsamen Wohnung finden werden und welche nicht. Wichtig ist auch, dass ihr in der neuen Wohnung jeder euren eigenen Bereich habt, wo ihr euch verkriechen könnt, wenn es mal krieselt. Man muss sich schließlich auch mal aus dem Weg gehen können, wenn die Beziehung langfristig halten soll. Also achtet darauf, dass die neue Wohnung nicht zu klein ist und ausreichend Platz für beide Partner bietet. Achja, und schlagt gar nicht erst vor, eine der bereits bestehenden Wohnung zu nutzen. Das gibt nur Streit und den könnt ihr bei einem Umzug nun wirklich nicht gebrauchen.

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Echte Liebe übersteht auch eine Affäre

Echte Liebe übersteht auch eine Affäre

Es fing alles so harmlos an. Wenn ich als Kind gefragt wurde, was ich mir dabei gedacht habe, als ich die sogenannten “Dummheiten” anstellte, lautete meine Antwort darauf immer: Nichts. Und damit nahm die Moralpredigt auch schon ihren Lauf. “Ja, genau. Du hast nicht nachgedacht, Kind. Sonst hättest du diesen Unsinn nicht angestellt.” Diese mahnenden Worte meiner Mutter habe ich auch heute noch im Ohr und wundere mich darüber, mit welcher Ausdauer sie damals gemaßregelt hat. Immer und immer wieder. Bis ich erwachsen wurde und keine Dummheiten mehr anstellte. Naja, bis auf diese eine.

Beziehungsfalle: Flirtapp

Ich will ja nicht behaupten, dass mein Smartphone daran Schuld ist, aber diese Flirtapps lassen sich auch wirklich einfach und schnell herunterladen. Zudem sind sie auch noch kostenlos. Der Download erforderte nur einen Klick und schon hatte ich den Zugang in eine virtuelle Singlewelt auf dem Handy, welche mit einem kurzen Flirt schnell zur Realität wird. Ich wollte mich nur mal umsehen und muss auch gestehen, dass ich die App nicht gleich auf Anhieb verstanden habe. Ich brauchte eine Weile, um mich mit den einzelnen Funktionen der App auseinanderzusetzen. Ich stamme halt noch aus einer Generation, die ohne Smartphone aufgewachsen ist. Und das ist auch der Grund dafür, weshalb ich mich in Bezug auf das Smartphone immer ein bisschen unbeholfen anstelle. Inspiriert durch den Focus Artikel und einen weiteren Test bei Dating-Insider, wollte ich unbedingt herausfinden, was es mit dem Radar auf sich hat. Die App versprach mir gut aussehende Singles aus meiner Umgebung. Ich meine woher will die App wissen, wo ich wohne und wen oder was ich attraktiv finde? Immer wieder wurde ich aufgefordert, meine Ortungsdienste zu aktivieren. Nachdem ich endlich die Einstellung dafür gefunden hatte, konnte ich auf einem Radarsymbol die einzelnen Profile anklicken, um zu sehen wer sich dahinter verbirgt.

Wie konnte ich nur?

Ich stolperte über das dritte Profil und muss zugeben, dass ich “Jamal” auf den ersten Blick attraktiv fand und dass ich mich schon ein bisschen verguckt hatte. Nachdem ich alle Profile auf der Radarscheibe durchgeklickt hatte, wollte ich mich eigentlich abmelden und schlafen gehen. Doch auf der Suche nach dem entsprechenden Logout-Button stach mir die blinkende Zahl 31 ins Auge, welche zusätzlich rot leuchtete. Dieses Signal wollte offensichtlich auf etwas Wichtiges hinweisen?! Es war die Anzahl der Nachrichten, welche sich in meiner Mailbox befanden. Und schon war das Thema Schlafengehen ganz weit weg. Mich überkam eine ungeahnte Neugierde und ich musste diese Nachrichten unbedingt lesen. Mein Mann schlief schon, weshalb ich die optimale Gelegenheit dazu hatte. In einer Liste wurden die Nicknames der Absender chronologisch nach ihrem Empfangszeitpunkt aufgelistet. Mein Blick fiel sofort auf das Profil von Jamal und die anderen 30 Nachrichten interessierten mich plötzlich nicht mehr. Ich war extrem gespannt und wollte unbedingt wissen, was er mir geschrieben hatte. Fand er mich etwa auch attraktiv? Kann das Zufall sein? Tausend Gedanken kreisten durch meinen Kopf und ich fühlte mich plötzlich als etwas ganz Besonderes. Wie “Neos Auserwählte Trinity”. Okay, raus dem Matrix-Film und zurück in die Realität. Heute weiß ich, dass NICHTS, absolut gar nichts auf solchen Portalen zufällig passiert.

Mit Zufall hat das nichts zu tun

Wie sich später herausstellte, schrieb Jamal der in Wirklichkeit Hamoudy heißt, mich nur deshalb an, weil ich auf seinem Profil war. Profilbesucher werden in diesen Apps nämlich angezeigt und ebenso übersichtlich in einer Liste dargestellt. Ich war eine Besucherin. Eine von Vielen. Eine Nummer in seiner Besucherliste. Und wie sich ebenfalls später herausstellte, kontaktierte er wirklich jede Besucherin, welche sich auf sein Profil verirrt hatte, um sie zu einem Date oder einer Affäre zu überreden. Und vermutlich waren viele von ihnen ebenso dumm, wie ich und haben sich darauf eingelassen. Und wofür? Um sich danach zu schämen und benutzt zu fühlen. Und um festzustellen, dass es ein Fehler war, dass es dumm war und dass man vergessen hat, was wirklich zählt: Die Liebe zu Hause und nicht der Flirt von irgendwoher.

Danke für die wahre Liebe

Es war wirklich nicht schwer zu erkennen, was ich für eine Dummheit angestellt habe. Und bestraft wurde ich auch zur Genüge: Mit einem schlechten Gewissen, mit dem Gefühl von Charme und mit der Angst meinen Mann zu verlieren, wenn ich es ihm erzähle. Aber ich musste es ihm einfach erzählen. Schließlich hatte ich Mist gebaut und sollte nun so viel Courage besitzen, um wenigstens zu beichten und ehrlich zu sein. Diese Courage hatte ich und bin heute mehr denn je froh darüber, dass mir mein Mann verziehen hat und wir eine glücklichere Ehe führen, als all die Jahre zuvor. Ich kann diesem Fehler also durchaus auch etwas Positives abgewinnen: Mein Fehltritt hat uns wirklich zusammengeschweißt.

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Liebe und andere Leidenschaften

Liebe und andere Leidenschaften

“Endlich Ruhe”. Was bin ich froh, dass mein Atelier über eine große Tür verfügt und sich im Dachgeschoss des Hauses, also ganz weit weg von der Garage befindet, wo mein Mann seinem Hobby nachgeht: Autos basteln. Das Herumschrauben am Wagen ist natürlich ein typisches Männerding, ganz klar. Und dass man dabei Bier trinken muss, ist auch noch verständlich. Und unter Gleichgesinnten macht jedes Hobby sowieso gleich noch viel mehr Spaß. Aber was bitte gibt es da unten ständig zu lachen? Die Männer scheinen sich einen versauten Witz nach dem anderen zu erzählen. Denn am “Autos basteln” lässt sich nur schwer etwas Humorvolles finden. Ich freue mich für meinen Mann, dass er Spaß mit seinen Kumpels hat. Aber mir wurde es da unten tatsächlich zu laut. Mit seinen Kumpels kann er seinem Hobby nachgehen, Bier trinken und versaute Witze reißen. All das, was ich nicht mag. Ich versuche mir manchmal vorzustellen wie es wäre, wenn er seine Kumpels nicht hätte und ich an deren Stelle “mitmischen” müsste. Was für eine abschreckende Vorstellung. Wenn ich schon den Rauch von Zigarren rieche, wird mir schlecht. Aber okay, das ist halt ein echtes Männerding und muss wohl regelmäßig durchgezogen werden.

Jeder, wie er mag

Ich brauche mir auch nicht einzubilden, dass er sich stattdessen mit mir auf die Couch setzt und einen Liebesfilm anschaut. Aber gut, das muss er ja auch gar nicht. Ich widme mich sowieso lieber meiner Kunst und verschanze mich in meinem Atelier. Ich liebe diesen lichtdurchfluteten Raum, welcher durch die bodennahen Fenster zusätzlich auch einen atemberaubenden Ausblick bietet. Kein Bier, keine Zigarren, kein schmieriges Öl, kein Benzingeruch. Nur ein ebenmäßiger Parkettboden, eine große Panorama-Fensterfront, einige meiner Arbeiten und ein paar Staffeleien. So, wie ich es liebe: rein, klar definiert, strukturiert, übersichtlich und fast schon steril. Manchmal stelle ich mir vor wie es wohl wäre, wenn mein Mann sich ebenfalls hier oben aufhalten würde. Er würde sich vermutlich total langweilen und fragen, ob er einen Fernseher aufstellen kann. Einen Fernseher im Atelier…pffft. Ich halte mich im Atelier auf, um von nichts und niemandem abgelenkt zu werden. Wenn ich mir vorstelle, hier würde ein TV-Gerät vor sich hinflimmern und mich mit der entsprechenden Geräuschkulisse konfrontieren, wäre meine Kreativität ganz plötzlich verschwunden und ich könnte meine Arbeit nicht fortführen. Vielleicht würde er aber auch komische Fragen stellen. Zum Beispiel warum das Quadrat grün ist, oder so. Meine wie so oft sarkastische Antwort darauf, wäre: Weil ich es nicht gelb gemalt habe. Nein, das würde nicht gutgehen. So überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Vermutlich würde ein Zusammensein hier oben in einem Streit oder zumindest in einer Grundsatzdiskussion enden.

Ein bisschen Abstand muss sein

Das kann ja nun wirklich niemand hier gebrauchen. Schließlich wollen wir beide ungestört unseren Hobbys nachgehen. Auch wenn der andere kein Verständnis dafür hat. Deshalb ist es wichtig, dass jeder seinen eigenen Bereich hat, wo er ganz ungestört dem eigenen Hobby nachgehen kann. Früher dachte ich immer, dass der gedankliche Ansatz falsch ist, auch mal Ruhe vor dem Partner haben zu wollen. Aber inzwischen weiß ich, dass man auch mal eine Auszeit braucht. Das gehört zu einer funktionierenden Beziehung einfach dazu.

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Was Online-Dating einem vortäuscht

Was Online-Dating einem vortäuscht

Es ist schon erstaunlich, wie viele Flirt-Apps inzwischen entwickelt wurden. Grundsätzlich heißt es ja: Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Und die Nachfrage scheint da zu sein?! Verständlich, denn auch wenn nicht jeder die Absicht hat, einen Partner fürs Leben zu finden, so bieten diese Apps parallel dazu auch die Möglichkeit uneingeschränkt zu flirten und sich bei Bedarf auch auf ein einmaliges Abenteuer ohne Verpflichtungen einzulassen.

Flirten für lau – Und das auch noch weltweit

Viele dieser Apps sind global tätig und garantieren damit Millionen Singles weltweit. Die daraus resultierende Auswahl verleitet zu der Annahme, dass der richtige Partner ganz einfach dabei sein MUSS, wenn man dank Globalisierung schon die Möglichkeit hat, auf dem gesamten Planeten nach dem eigenen Liebesglück zu suchen. Zudem sind diese Flirt-Apps in der Regel kostenlos und unterschieden sich damit deutlich von aufwendig gestalteten Webseiten im Netz, welche mittels Persönlichkeitstest ebenfalls den passenden Partner versprechen und sogar garantieren. Nur, dass diese Garantie schnell mal bis zu 40 EUR Mitgliedsgebühr kosten kann. Doch wer sagt eigentlich, dass sich der Partner fürs Leben unbedingt auf einem kostenpflichtigen Portal aufhalten muss und nicht auch lieber die kostenlose Variante in Form einer Dating-App gewählt hat. In puncto Seriosität scheinen die Anbieter nicht mehr ausreichend überzeugen zu können, weshalb der Fokus doch eher auf die große Auswahl an aktiven Singles gelenkt wird.

Virtuelle Illusionen, Hoffnungen und Frust

Doch diese erweisen sich nur selten als Traumprinzen. Es stellt sich heraus, dass in der Flirt-App vieles mehr Schein als Sein. Viele Absichten sind jenseits von ernst und eigentlich dienen diese Apps, wie alle anderen Apps auch, lediglich dem Vertreib von Langeweile, wenn das Smartphone beim Warten auf den Bus mal wieder ordentlich gerockt werden muss. Viele User präsentieren sich von ihrer Schokoladenseite und laden die schönsten Selfies mit nur einem Klick direkt vom Smartphone in das Profil hoch. Doch beim Treffen stellt sich ganz schnell heraus, dass die virtuelle Illusion stärker ist, als das reale Bauchkribbeln, welches von den guten alten Schmetterlingen ausgelöst wurde.

Liebe: real und unretuschiert

Doch gerade, wenn man nicht damit rechnet und wenn der Zufall oder auch das Schicksal alle Trümpfe ausspielt, lächelt er oder sie hübsch auf dem Display deines Smartphones vor sich hin. Und du lächelst ebenfalls, weil du dich in dieses Lächeln verguckt hast. Du kennst dieses Lächeln in real und liebst es dort noch mehr als auf dem Display. Glückwunsch, ihr habt euren passenden Partner gefunden. Jetzt macht bloß nicht den Fehler und lasst euch von schillernden Flirt-Apps hier verführen, welche euch suggerieren, dass ihr dort so toll chatten und neue Leute kennenlernen könnt. Das braucht ihr nicht! Denn ihr habt euren Lieblingsmenschen schon gefunden und alle anderen sollten euch schlichtweg egal sein.

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Verheiratet mit Mann und Auto

Verheiratet mit Mann und Auto

Eifersüchtig auf eine andere Frau? ICH doch nicht! Schön wär’s! Denn dann könnte ich wenigstens endlich mal auf einen lebendigen Menschen eifersüchtig machen und könnte sogar den Reiz daran verstehen. Aber wenn die typische Sexbombe vorbeiläuft und all ihre ansprechenden Waren ins Schaufenster stellt, schaut mein Mann nicht einmal hin, sondern ist vermutlich gerade tief in Gedanken versunken? Worum sich seine wirklich “wichtigen” Gedanken kreisen? Autos, natürlich. Was sonst?! Wenn sich keine Gedanken über Sex oder Bier machen, dann sind es die Autos welche für geistige Aktivität sorgen. Mein Mann ist da leider keine Ausnahme. Nur mit dem Unterschied, dass selbst Bier und Sex kaum sein Interesse wecken. Es sei denn, beides wird in irgendeiner Weise mit einem ansehnlichen Wagen kombiniert. Aber mal ganz ehrlich: Sex im Auto ist doch nun wirklich mehr als unbequem. Ich meine, habt ihr das schon einmal ausprobiert? Da sind die Krämpfe in den Oberschenkeln vorprogrammiert und als Frau betätigst du mindestens einmal mit deinem Hintern die Hupe. Auf dass du auch wirklich das kleine bisschen Aufmerksamkeit lenkst, welches durch wenige und weit entfernte Passanten ausgelöst werden kann. Und auf Publikum stehe ich beim Sex ja noch weniger. Ich mag es lieber romantisch und gemütlich im Bett. Am liebsten mit kuscheliger Musik und bei Kerzenschein. Bedauerlicherweise sieht mein Mann das anders. Er schafft es wirklich JEDE noch so romantische Stimmung oder Atmosphäre kaputt zu machen. Wie? Indem er den Mund aufmacht und anfängt über Autos zu erzählen.

Sex-Aufforderung: Im Kampf gegen das Auto

Ich liebe ihn, keine Frage. Aber manchmal denke ich mir: “Halt’ einfach die Klappe und Fall’ über mich her!” Seine Augen beginnen zu leuchten, wenn er sich selbst die Fahrt in die Waschanlage auf seine gedankliche ToDo-Liste setzt. Was “normale” Menschen als lästig und aufwendig, zeitintensiv und teuer empfinden, bringt Stefan mental in Ekstase. Ich verstehe nicht, warum er nicht auch im Bett so leidenschaftlich sein kann. Warum sprühe ich mich morgens überhaupt mit völlig überteuerten Marken-Parfums ein? Jedes Mal, wenn er vom Neuwagengeruch schwärmt, denke ich mir: Das wäre doch ein super Geschäftsidee: Parfum für Frauen, welches die Duftkomponenten Leder, Metall, Silikon und Benzin perfekt miteinander kombiniert. Ich denke, dieses Parfum würde viele Abnehmerinnen finden. Alle sexuell vernachlässigten Frauen, die ihre autoverrückten Männer scharf machen wollen, indem sie sich dieses gewöhnungsbedürftige Gemisch aufsprühen und mit scharfen Dessous und verbotenen High Heels kombinieren. Aber was soll ich schon mit dem daraus resultierenden Gewinn anfangen? Geld allein macht schließlich auch nicht glücklich. Ich will lieber meinen Mann. Ohne Gerede über Autos. Die Leidenschaft in Person. Zumindest einmal die Woche. Na Ja zumindest bin ich nicht alleine mit dem “Problem”. Es gibt noch Männer mit gleichen oder anderen Leidenschaften.

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Liebe auf der Überholspur

Liebe auf der Überholspur

Thank God, it’s friday. Wenn ich meinen Job auch sonst sehr gerne ausübe, heute trifft das “TGIF” mehr denn je zu. Egal, der Tag ist geschafft, raus hier. Ich will von Geschäftsabwicklungen, Meetings, Konferenzen und Bilanzen nichts mehr hören. Naja, zumindest für dieses Wochenende. Am nächsten Montag werde ich mich zwangsläufig wieder damit konfrontieren müssen, denn es ist ja schließlich mein Job. Aber bis dahin ist es noch lange hin und ich genieße jetzt erst einmal mein wohlverdientes Wochenende, indem ich heute gar nichts mehr tun werde. Absolut nichts. Ich werde mich einfach auf die Couch legen und TV schauen. Um Jens muss ich mir in Bezug auf die Lümmel-Bereitschaft nun wirklich keine Sorgen machen. Er ist ja erst wieder ab morgen Vormittag aktiv, wenn es darum geht seiner wahren Liebe zu frönen. Ich bin es jedenfalls nicht. Denn dafür habe ich zu wenig “PS unter der Haube” Sein Herz gehört schnellen Autos.

Es ist halt seine Leidenschaft

Nein, nicht einfach nur Autos, wie er mir erklärte. Ein Porsche ist kein Auto, sagt Jens. Ein Porsche ist die perfekte Symbiose aus beeindruckender Geschwindigkeit und eleganter Schönheit, welche mit einem leistungsstarken Motor in einem Metallkleid (er meint die Karosserie) verankert wurde, um seinen Besitzer auf berauschende Weise zu dienen. Ist das zu fassen? Unser Hochzeitsgelübde musste er mit der Begründung er könne nicht schreiben, aus dem Internet heraussuchen. Aber wenn es um seinen geliebten Porsche geht, wird er plötzlich zum Dichter. Ich habe ja durchaus Verständnis für sein Hobby, aber manchmal frage ich mich ernsthaft, wie es wohl wäre wenn er seinen eigenen Porsche hätte und sich nicht jeden Samstag einen Wagen mieten müsste. Ist der Reiz daran dann immer noch existent oder wird ein eigener Porsche schnell zur Selbstverständlichkeit, weil er immer vor der Tür steht und dementsprechend keine Besonderheit mehr darstellt? Sportliche Autos werden im Volksmund ja immer als “Penisverlängerung” verschrien. Aber das kann es nicht sein, denn was das angeht, so ist mein Jens bestens ausgestattet. Und in einer “Midlife Crisis” sollte er sich auch noch nicht befinden. Dafür sind wir (besonders ich) noch viel zu jung. Einer Studie zufolge üben Autos auf manche Menschen eine ähnliche Wirkuns aus wie Sex. Er war jedenfalls bereits sejhr leidenschaftlich als wir uns kennengelernt haben. Schon bei unserem ersten Date durfte ich mir viele “spannende” Geschichten über seine Porsche-Abenteuer anhören.

Wenn aus Hobby Obsession wird

Ich bin auch keineswegs ambitioniert, den verzweifelten Versuch zu starten ihn ändern zu wollen. Denn erstens werde ich das sowieso nicht schaffen, da man Menschen nur sehr schwer ändern kann und zweitens spricht auch nichts gegen seine Leidenschaft der ständig wechselnder Autos. Ist immerhin besser als ständig wechselnde Partnerinnen zu haben. Ich meine es ist ja nicht so, dass er mich vernachlässigt oder deswegen weniger Zeit mit mir verbringt. Ganz im Gegenteil: Ich kann eigentlich froh sein, dass er mich involviert wenn es um sein Hobby beziehungsweise um seine Obsession geht und er mich jeden Samstag mitnimmt, um eine Spritztour mit dem gemieteten Porsche zu machen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Frauen gibt, die nicht mit einbezogen werden, wenn es um die typischen Männer-Hobbys geht. Zum Beispiel am Pokertisch, beim Angeln mit dem Kumpel oder auf Kneipentour, inklusive Billard und Darts. Und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich während diesen Spritztouren auch schon viele spannende Dinge erlebt. Obgleich ich mich nie an diese rasante Geschwindigkeit gewöhnen werde. Aber inzwischen wird mir auf dem Beifahrersitz wenigstens nicht mehr schlecht und ich kann zumindest so tun, als würde ich die Fahrt genießen. Ihm zuliebe.

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